AKTUELLES

 


Buchlesungen/Buchpräsentationen

 

1. Dezember 2019, 15:00 Uhr "Kaffeeklatsch bei Eleonore" in der Heimatstube der ehemal. Schule Zeutsch (Weinanbau)

13. September 2019, 19:00 Uhr in der Gemeindebibliothek Uhlstädt, "Weinbau in den Haseldörfern und der Umgebung"

2. April 2019, 19:00 Uhr im Weltladen Rudolstadt, Kirchgasse 13 (Schulplatz), "Die Haseldörfer im Mittelalter"

28. März 2019, 18:30 Uhr in den Pagenhäusern Rudolstadt auf Einladung des Vereins "Rudolstadt blüht auf" (Mittelalterbuch)

19. September 2018, 19:00 Uhr in der Gemeindebibliothek Uhlstädt, "Die Haseldörfer im Mittelalter" (siehe OTZ vom 26.9.2018)


Kleine Dorfgalerie beim Bäcker Kirchhasel

Seit Januar 2017 organisiere ich mit meinem Freund Aimo Thuma eine kleine Kunstgalerie in Kirchhasel, in der vorrangig Hobbykünstler aus der Gemeinde Uhlstädt Kirchhasel, aber auch Künstler aus Rudolstadt und darüber hinaus ihre Kunstwerke (Fotos, Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken, Textilkunst usw.) präsentieren. Die Ausstellungsdauer beträgt 2 Monate. Zur Zeit, d.h. vom 6. Juli bis 29. August 2019 läuft eine Gemälde-Ausstellung mit Bildern des schon verstorbenen Hobbymalers Wilhelm Schaak aus Rödelwitz.   

Folgende Ausstellungen sind im Jahr 2019 noch geplant:

31. August bis 30. Oktober Fotos von Bernd Wiesel (Uhlstädt) und

2. November bis 31. Dezember Klöppelspitzen von Manuela Schmotz (Kirchhasel).

 

Wer Interesse hat, seine künstlerischen Arbeiten in der Kleinen Dorfgalerie beim Bäcker Kirchhasel auszustellen oder wer eine Einladung für die Eröffnung einer neuen Ausstellung per E-Mail wünscht, schicke mir seine Kontaktadresse. Ich melde mich.

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Bisherige Ausstellungen in der Kleine Dorfgalerie Kirchhasel
Resümee August 2019.pdf
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Neuer archäologischer Wanderweg

"Auf den Spuren König Otto I. zur Wüstung Benndorf und zu mittelalterlichen Weinbergen"

Durch meine Initiative und die Unterstützung des Backhausvereins Oberhasel e.V. sowie der Gemeindeverwaltung Uhlstädt-Kirch-hasel soll ein neuer Themenwanderweg zwischen Kirchhasel und Oberhasel entstehen. Der Weg beginnt im Ortszentrum von Kirchhasel, führt durch die Riethtalgasse. Er biegt vor der Sorge in einem Waldweg ein, der neben einem Hohlweg (einer histo-rischen Königsstraße, die König Otto I. bei seinem Besuch der Königspfalz Saalfeld benutzt haben könnte) knapp 200 Höhenmeter auf die Saale-Ilm-Buntsandsteinplatte führt. Kurz vor dem Plateau befindet sich ein historischer Sandsteinbruch, aus dem sich die Kirchhaseler mit Bausteinen versorgt haben. Auf dem Sandsteinplateau über dem Saale- und Haselbachtal existierte im Hoch- und Spätmittelalter das kleine Dorf Benndorf. Dieser Ort wurde im 14. Jh. verlassen. Den Standort der kleinen Dorfkirche soll einmal ein Holzkreuz kennzeichnen. Von der Wüstung der Dorfstelle verläuft der Weg "auf der Spur König Otto I." durch die ehemalige Benn-dorfer Feldflur, in der man noch Lesesteinritschen an den damaligen Feldrainen teilweise erkennen kann, zur Flurgrenze Mötzelbach und auf den Schlagberg.  Dort steht ein kelchförmig behauener Stein, der als Salzlecke oder als Taufstein der Benndorfer Kirche bezeichnet wird. Vom Hohen Berg (402 m) geht es auf dem historischen Mötzelbacher Marktweg hinunter ins Haselbachtal nach Oberhasel. Im Markttal hinter der Oberhaseler Kirche, an den Südhängen des Hohen Berges wurde vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein Weinanbau betrieben. Die ehemaligen Weinbergterrassen sind noch gut zu erkennen. Nach der Durchquerung des Ortes Oberhasel auf dem Mötzelbacher Marktweg kommt man auf eine alte Saaleterrasse - die Blöschitz - über die schon im Mittelalter ein Fahrweg von Kirchhasel nach Teichweiden verlief. An der Kreuzung dieses historischen Weges mit dem Mötzelbacher Marktweg steht ein Steinkreuz und ein Landesgrenzstein aus dem Jahre 1740, der die einstige Grenze zwischen dem Fürstentum Schwarzburg Rudolstadt und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg markierte. Auf dem historischen Teichweidener Fahrweg geht es zurück nach Kirchhasel, wobei man kurz vor dem Ziel noch an einer Lehmgrube vorbeikommt. Der Weg ist ca. 6,5 km lang. Es ist vorgesehen, an den archäologisch interessanten Punkten Informationstafeln und Standortschilder aufzustellen. Der Wanderweg soll mit Farb-markierungen und Wegweisern gemäß der "Touristischen Wanderwegekonzeption Thüringen 2025" gekennzeichnet werden. Zur Finanzierung der notwendigen Informationsschilder und Wegweiser sowie einer Sitzgruppe und eines Holzkreuzes an der Stelle der abgerissenen Benndorfer Kirche soll ein Fördermittelantrag gestellt werden. Nach der Bestätigung der Gelder wird mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen. Wir hoffen, dass das im Jahre 2020 geschehen kann. 

 

Bisher wurden folgende geführte Wanderungen durchgeführt: 26.07.2019 mit 26 Teilnehmern

                                                                                                     18.08.2019 mit ca. 30 Teilnehmern

Bei Bedarf sind auf Anfrage weitere Führungen möglich.


Eine historische Feuerspritze von 1886 aus Mötzelbach in Melbourne/Australien

Ende Januar 2017 erhielt die Gemeindeverwaltung Uhlstädt-Kirchhasel Post von einem Feuerwehrmann aus der Nähe von Bremen, der seinen Urlaub in Australien verbrachte, das Feuer-wehrmuseum in Melbourne besichtigte und dort zufällig eine historische Feuerspritze mit der Aufschrift "H. Mayer Rudol- stadt" und "Mötzelbach 1886" entdeckte. Er fragte an, ob die Gemeindeverwaltung oder die Feuerwehr der Gemeinde nähere Angaben zu der Spritze machen könnten. Die Frage wurde vom Wehrleiter an mich weitergeleitet. Daraufhin habe ich im Stadtarchiv Rudolstadt über die Herstellerfirma Hugo Mayer und über deren Feuerspritzenproduktion recherchiert und mich in Mötzelbach erkundigt, wie die Spritze nach Australien gelangte. Meine Erkenntnisse habe ich in einem Text zusammengefasst, der am 20. Mai 2019 an die Redaktion der Rudolstädter Heimathefte zur Veröffentlichung eingereicht wurde.


Die Pfarrerfamilie Wohlfarth und die Volksaufklärung in Kirchhasel 1750-1850.

Seit der Mitte des 18. Jh. setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Aufklärung in ihrer Wirksamkeit beschränkt bleibt, wenn sie nicht auch die bäuerliche und kleinstädtische Bevölkerung mit einbezieht. Denn diese machte zu dieser Zeit etwa 80 Prozent der Gesamt-bevölkerung aus. Die elitäre Aufklärung wandelte sich nun zur „Volksaufklärung“. Ziel der neuen Aufklärungsbewegung war, die neuen Erkenntnisse aus allen Wissensgebieten zum Gebrauch in der alltäglichen Arbeits- und Lebenspraxis zu popularisieren und religiöse, moralische, kulturelle und politische Vorstellungen den bildungsfernen Schichten in Stadt und Land zu vermitteln. Angestrebt wurde eine vernünftige Wirtschafts- und Lebensweise in einem Gemeinwesen, das man zunehmend als reformbedürftig erachtete.  Erklärtes Ziel der Volksaufklärer, die sich auf Martin Luther bezogen, war, dass der gemeine Mann nicht einfach dahinlebe „wie das liebe Vieh und die unvernünftige Säue“, sondern dass er teilhabe am Wissen und der Diskussion der Zeit. Die Volksaufklärer wollten wie Luther auf die „Veredlung der Sinnesart und des Geschmacks“ einwirken, „Vorurtheilen und Aberglauben“ entgegenarbeiten und „dagegen ächte Wirthschaftlichkeit befördern“ und „die wahre Lebensphilosophie“ mehr und mehr verbreiten. Die Volksaufklärung auf dem Lande und in den Städten lag hauptsächlich in den Händen von Pfarrern und Schullehrern. In Kirchhasel war es vor allem die Pfarrerfamilie Wohlfarth, die sich bei der Volksaufklärung sehr engagierte - Pfarrer Paul Wohlfarth (1711-1786), Pfarrer Johann Wohlfarth (1751-1827) und Pfarrer Dr. Theodor Wohlfarth (1796-1879).  Vor allem der letzt genannte zählte mit 60 publizierten Büchern und Predigten sowie vielen Aufsätzen in verschiedenen Enzyklopädien, Zeitungen und Zeitschriften zu den bedeutendsten Volksaufklärern Thüringens. Er gründete in Kirchhasel einen Leseverein und eine Schulbibliothek. Besonders sein Wirken soll in meiner Arbeit näher beleuchtet und bekannt gemacht werden.

Die Arbeit wurde am 4. August 2018 zum Geschichtswettbewerb "Ur-Krostitzer Jahresring 2018" eingereicht. Die Preisverleihung fand am 13. Dezember 2018 im Gewandhaus Leipzig statt. Von den 70 eingereichten Geschichtsarbeiten wurden 9 mit einem Preis ausgezeichnet. Diese Arbeit erhielt in der Kategorie Personengeschichte den 1. Preis (siehe Urkunde und Laudatio).

Die Geschichtsarbeit erscheint voraussichtlich im Sommer 2019 als Heft 2 der TVV-Mitteilungen der Thüringer Vereinigung für Volkskunde.

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Die Pfarrerfamilie Wohlfarth und die Volksaufklärung als praktische Reformbewegung des 18./19. Jh. in Kirchhasel
0 Volksaufklärung in Kirchhasel 1750-185
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Urkunde und Laudatio beim Geschichtswettbewerb "Ur-Krostitzer-Jahresring 2018"
Die Preisverleihung fand am 13.12.2018 im Gewandhaus Leipzig statt
Geschichtswett bewerb_ Laudatio.pdf
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Pressemeldung in der Ostthüringer Zeitung (OTZ)
Beitrag der Redakteurin Caroline Reul in der OTZ vom 22.01.2019 über die Preisverleihung "Ur-Krostitzer-Jahresring 2018"
2019 Preisverleihung (OTZ).pdf
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Nutzung des Digitalen Geländemodells Thüringen für die Erforschung der Ortsgeschichte

Bis zum Ende des 20.  Jh. waren gedruckte Landkarten das einzige Medium, mit dem man die räumliche Erdoberfläche darstellen konnte. Topografische Karten waren ursprünglich für das Militär und die Landesverwaltung entwickelt wurden. In jüngster Zeit dienen politische, geologische und hydrolo-gische Karten sowie Schifffahrts-, Eisenbahn-, Auto-, Fahrrad- und Wanderkarten, touristische Karten mit eingezeichneten Sehenswürdigkeiten und andere thematische Karten den unterschiedlichsten Nutzerkreisen. Und auch für Historiker und Hobby-Ortsgeschichtler sind sie sehr interessant. Durch den Vergleich verschieden alter Karten mit aktuellen Ausgaben kann man gut erkennen, wie sich im Laufe der Zeit Landschaften und politische Grenzen verändert haben oder Objekte in der Landschaft hinzugekommen oder verschwunden sind.

Einen ungeheuren Qualitätssprung gab es Ende des 20. Jh. durch den Umstieg von der analogen auf die digitale Kartenherstellung und durch die Einführung digitaler Geoinformationssysteme (GIS). Die digitalen, hauptsächlich durch Fernerkundung gewonnenen Geodaten können jetzt vom Landesvermessungsamt über das Internet leicht überallhin zur Verfügung gestellt und auf den unter-schiedlichsten stationären und mobilen digitalen Geräten (PC, Laptop, Tablet, Handy) sehr anschaulich dargestellt werden. Seit 2016 sind diese Daten frei und kostenlos verfügbar.  Das sind Digitale Luftbilder und Orthophotos (DOP), Geobasisdaten (ATKIS), Digitale Topografische Karten (DTK), Digitale Landschafts- und Geländemodelle (DLM, DGM), Liegenschaftskataster (ALKIS), Bodenrichtwerte, Hauskoordinaten, 3-D-Gebäudedaten und anderes. 

Überrascht war ich vor allem von dem Digitalen Geländemodell, das durch durch das Abtasten der Geländeoberfläche durch einen Laserstahl vom Flugzeug aus entsteht und das sehr kleine Geländeerhebungen, auch unter bewaldetem Gelände,  auf einer räum-lichen Karte ermöglicht. Für die Ortsgeschichtsforschung kann man z.B. die mittelalterlichen und neuzeitlichen Weinberg- und Ackerterrassen (Bild: historische Weinbergterrassen bei Oberhasel - DGM-Th), die mittelalterliche Lage und Feldstruktur von Ortswüstungen, Hohlwege und Hohlwegfächer eines mittelalterlichen Wegesystems oder alte Flussläufe unter der heute ebenen Ackerfläche erkennen. Darüber habe ich zusammen mit dem Dipl.-Geogr. Stefan Bemm einen Beitrag geschrieben, um anderen Hobbyforschern die Möglichkeiten aufzuzeigen, die die neue Technik für die Erforschung der Heimatgeschichte bietet. Der Beitrag erscheint voraussichtlich in der Zeitschrift Heimat Thüringen Nr. 2/2019 des Thüringer Heimatbundes e.V.


Neues von der Wüstung Benndorf  Wüstungen haben immer etwas geheimnis-volles an sich und interessieren heute viele Leute. Die Wüstung Benndorf befindet sich in der Gemarkung Kirchhasel auf der Saale-Ilm-Buntsandsteinplatte (ca. 400 m über NN, 200 m über dem Saaletal). Der Ort entstand wahrscheinlich in der Rodungsperiode der Mittelalterlichen Warmzeit des Hochmittel-alters im 11./12. Jahrhundert. Die Dorfflur soll 9 Hufen (rund 90 ha) groß gewesen sein. Diese kleine Flurgröße deutet darauf hin, dass das Dorf nur wenige (vielleicht 9) Häuser gehabt hat. Obwohl das Dorf nur klein war, hatte es eine Kirche. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte im Lehnbuch Friedrich des Strengen 1349/50. Dort wird Heinrich von (Kirch-)Hasel bestätigt, dass er 6 Acker Land in Mötzelbach und den Dritten Teil des "desolaten" Dorfes Benndorf mit den Gerichten als Lehen hatte. Das Dorf war schon damals zumindest teilweise zerfallen. 13 Jahre später, am 28.01.1363, wird allerdings "Johans Houwenschilt, pherer zcu Benndoerff" als Zeuge beim Verkauf einer Immobilie durch das Kloster (Stadt-)Ilm erwähnt. Wahrscheinlich existierte die Kirche noch länger, während der Ort um die Mitte des 14. Jh.  allmählich verlassen wurde. Es ist anzunehmen, dass sich die Landwirtschaft auf dem wasserlosen, sandigen Standort und wegen dem sich verschlechternden Klima (beginnende Kleine Eiszeit) nicht mehr lohnte und die Bauern wahrscheinlich ins fruchtbarere Saaletal umsiedelten. In einer im Jahre 1417 erfolgte Auflistung aller zum schwarzburgischen Amte Rudolstadt zählenden Orten ist Benndorf nicht mehr verzeichnet.  Über die Geschichte dieses verlassenen Ortes schrieb der Rudolstädter Heimatforscher Dr. Heinz Deubler in den 1950er Jahren mehrere Abhandlungen in den Rudolstädter Heimatheften. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Forschungen zu historischen Straßen im Frühmittelalter von Dr. Pierre Fütterer haben sich auch neue Erkenntnisse zur Wüstung Benndorf ergeben. Außerdem legen die neuerdings vom Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation im Internet zugänglichen Digitalen Geländemodelle die Lage, Ausdehnung und Gliederung der mittelalterlichen Feldflur von Benndorf mit einer bis dahin nicht bekannten Detailfülle offen. Drittens kann jetzt aufgrund einer im Staatsarchiv Rudolstadt wieder entdeckten historischen Lageskizze die Benndorfer Quelle, die Kirchenruine und der Ort, deren Lage bisher strittig waren, genau verortet werden. Zur Zeit wird der Beitrag noch mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf fachliche Richtigkeit abgestimmt. Außerdem wurde der Namensforscher Prof. Udolph zur Herkunft des Ortsnamen "Benndorf" angefragt. Sobald die Antworten der Archäologin und des Namensforschers vorliegen, soll der Beitrag in den Rudolstädter Heimatheften veröffentlicht werden.


Im Jahre 2009 habe ich die 

Geschichte der Landwirtschaft in der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel in den Jahren 1945-1960

herausgegeben (siehe nebenstehendes Foto)

Für den Fortsetzungsband, der die Jahre von 1960 bis 1995 behandelt, sind schon einige Kapitel geschrieben.  Weitgehend bearbeitet sind die 1960er Jahre. Für den größeren, noch nicht bearbeiteten Teil müssen jedoch noch viele Recherchen in den Archiven geleistet werden. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.